Besichtigung
Grossbaustelle "Züri-West"
30.
August 2003
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Fw
a.D. Sigi Heinricht |
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Das
Bewilligungsprozedere beim Kantonalen Tiefbauamt für
diesen Anlass und die Ingangsetzung vor rund 8 Monaten
hatten einige Male ziemlich kritische Momente erreicht
und die Durchführung in Frage gestellt. Ob wohl alles
wieder abgeblasen werden muss? Ausserdem war die
anfänglich gemeldete Teilnehmerzahl auch nicht gerade
ermutigend. |
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Nach
und nach kam aber doch Bewegung ins Geschehen und siehe
da, 27 Interessierte versammelten sich nach vielen
Wochen grosser Sommerhitze bei erstmals wieder bedecktem
Himmel vor dem Info-Pavillon der Grossbaustelle Fildern,
jaloniert an der Kantonsstrasse gegen Hedingen. |
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Noch
während der Orientierung durch den Vertreter der
Bauleitung, Herrn Köhli, rauschte unvermittelt, wie
kommandiert, eine Mirage Patrouille heran, drehte eine
Volte um den Uetli und verschwand wieder über den
Islisberg, fast so tollkühn wie ein paar Tage später
am Ratengütsch / Aegeri. Mit Tempo 1000 Km/h, etwa 100
m über unseren Köpfen, rasten sie heran, sodass einige
der vielen ZuschauerInnen beinahe ausflippten. |
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Durch
die profunden Erläuterungen des Herrn Köhli über
dieses 3-Milliarden Bauwerk (ursprünglich als
Kurzvortrag angekündigt), wurde unser Zeitplan
unbeabsichtigt erheblich beeinflusst. Carunternehmer
Peter Haller aus Rossau chauffierte unsere Schar
anschliessend mit präziser Fahrkunst auf Strässchen,
welche normalerweise ausschliesslich dem Baubetrieb
vorbehalten sind. Dadurch hatten wir Gelegenheit,
allerdings erst nach Erkletterung und Durchstreifung
eines Abhanges voll von Distelgestrüpp und wilden
Brombeerranken, Einblick in die Katakomben des
Reppischtal-Viaduktes zu gewinnen. |
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Weil
auch samstags in den Tunnels gearbeitet wird, ist es aus
Sicherheitsgründen nicht möglich, diese auch von innen
zu besichtigen! |
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Verschiebung
hierauf zur 200m langen Lunnertalbrücke mit den 8
Tunnelportalen der Aus- und Einfahrt Birmensdorf.
Weiterfahrt zur Baustelle Landikon, zur Riesenbaustelle
„Portal Uetlibergtunnel West“, und zu den
Materialtransport-Pisten sowie Bahn-Verladestation für
den Ausbruch und die Kiesanlieferung von täglich 70
Waggons zu je 20 Tonnen.
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Für
13.00 Uhr war das Mittagessen bestellt, es wurde jedoch
halb zwei, doch anstelle vorwurfsvoller Mienen des
Baukantinenpersonales der Verspätung wegen, wurden wir
aufs Beste verwöhnt - zu einem Preis, wie er vor einem
Jahrzehnt üblich war. Obendrein wurde von Francesco und
seiner Brigade der Kaffee spendiert! |
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Darauf
folgte ein Verdauungsmarsch ins Jonental. Um 15.00 Uhr
stiegen wir in unseren Car und hielten dann in einem
Feldweg am Rande der Kantonsgrenze bei Zwillikon. Es
folgten 7 Minuten Fussmarsch im heute noch romantisch
bewaldeten Jonental.In einem Jahr entsteht hier der
Kahlschlag für die Grossbaustelle „Jonentalviadukt“
zwischen 4 Tunnelröhren. Schaut es Euch nochmals genau
an, solch ein Zustand, jedoch mit kaschierten Bauten,
wird erst wieder in 15 Jahren erreicht sein. Die
Dimensionen des Gesamtbauwerkes lassen die Summe der
täglich anfallenden Kosten von 1,5 Millionen guten
Schweizerfranken bestenfalls erahnen. Ab Frühjahr 2004,
wenn die Riesenbohrmaschine den Islisberg durchlöchern
wird, werden es täglich gegen 2 Millionen sein.
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Nach
der abgekürzten Mittagspause folgte eine Fahrt durchs
Säuliamt zum nächsten Ziel. Kurz nach Dachlissen, nur
noch rund 2,5 km von der bisherigen 28-jährigen
Bauruine „Autobahnende Knonau“ entfernt, konnte man
kurz die zur Zeit neueste Baustelle sehen: Die Verlegung
der bisherigen Kantonsstrasse. Sie soll der A4 weichen,
welche in Zukunft dem Bahngleis entlang führen wird. |
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Um
16.00 Uhr waren wir in Kappel am Albis - wohl allen aus
dem Geschichtsunterricht noch bekannt. Auf der Terrasse
der Klosterkirche Kappel präsentierte sich eine
Kalenderbild-Aussicht ins Heimatgebiet von Lorenz
Strick-ler. Hier in Kappel haben sich die Sitten seit
anno 1531 ziemlich geändert: Anstatt der Milchsuppe gab
es für uns im tiefen Keller feinen Rebensaft. Zu
unserer grossen Überraschung folgte schliesslich noch
ein Ausflug in die Geschichte rund um diese alten
Gemäuer, vorgetragen von der stattlichen Gastgeberin,
Frau Pfarrer Wiehmann, der wir hiermit recht herzlich
danken. |
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Wenn
wir, liebe Kameraden, in wenigen Jahren die Stadt
Zürich im Westen umfahren können und dadurch viel
weniger Zeit benötigen, um in den zentralen Alpenraum
zu gelangen, dann erinnern wir uns vielleicht noch an
die eine oder andere Einzelheit dieser Exkursion.
Ich würde mich darüber sehr freuen! |