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Grimsel-Ausflug
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Samstag
18. September 2001
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Fw
Sigi Heinricht
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Mit
grosser Erleichterung, zwei Tage vor unserer "Grimsel-Übung"
vernahm ich die offizielle Meldung vom bernischen Baudepartement, dass die
Grimselstrasse vorläufig noch geöffnet bleibe. Nun also los, Punkt 0740
h starteten wir vom Sihlquai im 46-Plätzer-Bus in Richtung
Sihltal-Baar-Luzern. Die kleinen blauen Öffnungen in der Wolkendecke
vergrösserten sich zusehends. Am Lungernsee gab es den ersten
Kaffee-Halt. Goldig, wie die beiden jüngsten Passagiere in unserer
Feldweibel-Familie ganz ungeheissen und geschickt unserem Car-Besitzer und
auch Chauffeur, Herrn Werner Brumann beim Znüni-Halt mithalfen. Der Stopp
war kurz, tat aber gut. Den Brünigpass liessen wir nach wenigen Minuten
hinter uns, Meiringen und Innertkirchen glänzten in der schönsten
Morgensonne. Nun näherten wir uns der berüchtigten Stelle des lange
erwarteten Felssturzes, und ohne das Fahrtempo auch nur im geringsten zu
ändern, rollte unser Chauffeur seelenruhig daran vorbei, den Steigungen
der beginnenden Grimsel- Pass-Strasse entgegen. Wie errechnet, erreichten
wir um 1030 h die erste Etappe und meldeten uns am Treffpunkt Gerstenegg. Die
Skepsis wich dem Erstaunen, als uns die zugestiegene, sympathische
Begleiterin der Kraftwerke Oberhasli erklärte, dass wir nun eine 3
Km-Fahrt unter dem Grimsel-Stausee hindurch vor uns hätten. Am Ende des
Tunnels befand sich ein respektabler Kehrplatz, die Cartüren wurden geöffnet,
und wir stiegen inmitten des tiefen Berginnern des Sidelhorns aus. Mit
Ohrfunkhörern ausgestattet, betraten wir nun die Pumpen-Schieberkammern
und kathedralengrossen Generatorenhallen. Unglaublich, alles war fein säuberlich.
Auf geschliffenen Marmorplatten uns bewegend, lauschten wir den ausführlichen
Erklärungen von Frau Wälchli, der Besichtigungs-Führerin der KWO. Die
kolossalen Dimensionen dieser Aggregate haben uns tief beeindruckt und
viele sahen erstmals, woher und wie elektrische Energie entsteht. Für
manche von uns bedeutet dies wohl ein geschärftes Bewusstsein beim zukünftigen
Stromkonsum. Das Tüpfchen auf dem i war dann die faszinierende
Kristallkluft, ein geologisches Naturdenkmal, was wir gerne noch einige
Minuten länger hätten bestaunen mögen, vom bernischen Regierungsrat
seit 1974 unter Schutz gestellt.
Zeitplangemäss,
Punkt 1215 h, meldeten wir an grandioser Lage, nämlich an der
Grimsel-Hospiz-Rezeption unsere Ankunft an. Nach einem Fototermin |
Gruppenbild
mit Damen
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der heimelige, für uns vorbereitete Arvensaal von unserer Schar sogleich in Beschlag
genommen. Und, oh Wunder, es herrschte Gastronomie wie in früheren Zeiten
einmal! Wir wurden vom aufmerksamen Servierpersonal höflich, freundlich
und gekonnt bedient. Die Note "ausgezeichnet" war nur annähernd
gerecht qualifiziert für das tolle Menü, und dies auf 2000 Metern Höhe
über Meer. Gar mancher Wirt bei uns im Unterland sollte hier einmal einen
Kurs besuchen müssen! |
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Wie
es sich für uns geziemt, Punkt 1410 h befanden sich sogar die Besucher
des wohldotierten Weinkellers vollzählig und bei bester Laune zum
"Nachmittags-Ausrücken" beim Reisebus ein. Über die Passhöhe,
Pt. 2165 m, kurvte unser Chauffeur, in echt professioneller Fahrkunst und
mit Akklamation der Passagiere bedacht, die wunderschönen Serpentinen
dieses Hochalpenpasses nach Gletsch hinunter. Bei dieser Prachtsfahrt und
einem Panorama bei klarer Sicht, übernahm Kamerad Hans Müri, als
einziger Festungstruppen-Fw, der in dieser Gegend über mehrere Jahre
Dienst tat, das Cockpit-Mikrophon. Von ihm vernahmen wir eine ganze Menge
Details über die Gepflogenheiten der Festungsartillerie, recht
interessant für uns, wie auch für die Angehörigen. Die Strecke war
jedoch zu kurz, um noch weitere Einzelheiten vernehmen zu können und das
Referat wurde mit Beifall verdankt. Der Zeitmangel erlaubte mir dann auch
nicht mehr, von dieser Gegend aus einen, auch nur kurzen Rückblick auf
1940/41 zu vermitteln, in welchem die Grimsel der westliche
Interessen-Grenzpunkt des Umklammerungs-Würgegriffes der Achsenmächte hätte
sein sollen.
Wir
trafen in Gletsch ein. Ein typischer Dampflok-Rauch verbreitete sich um
die Station, und beim Anblick der schön restaurierten, dunkelblauen Wagen
stieg die erwartungsvolle Stimmung. Die steile Fahrt hinauf zum
Furka-Scheiteltunnel und wieder hinunter nach Realp, in der für uns
reservierten "Holzklasse" war reizvoll. Begreiflich, dass diese
Bahnstrecke kostspielig ist, weil sie nur 4 Monate im Jahr in Betrieb
steht, und die 13 Meter (!) dicke Schneedecke auf der Furka Zeit zum
Schmelzen braucht. Die Station Realp der DFB wäre zwar ein kleiner
Aufenthalt mit Imbiss wert gewesen, aber unser Zeitplan sah einen
Zvieri-Halt an der Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht vor. |
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Es
schnauft und dampft
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In
der Schöllenenschlucht traf dann der offizielle Wetterbericht zu, denn im
Talkessel Andermatt begrüssten uns tiefhängende bleigraue Wolken, welche
sich langsam zu entleeren begannen. Aber dies gehört halt genauso zu
unserem Land wie der 1. August. Bei der Teufelsbrücke staunten wir dann
über das monumentale Denkmal, in den Fels gehauen und mit, in Gold
ausgelegter, kyrillischer Schrift. Hier stellt sich für den, der etwas
nachdenkt, die Frage, warum die Franzosen und Russen in das Gebiet der
Eidgenossenschaft eindringen konnten, um sich hier gegenseitig zu
bekriegen? Vielen Politikern wäre zu empfehlen, sich an jenen
Geschichtsunterricht zu erinnern, in dem dieses Zeitgeschehen vor 200
Jahren behandelt wurde, um heute nicht wieder dieselben Fehler zu begehen.
Die
zeitplangemässe Fahrt durchs Urner Reusstal führte zu einer weiteren
Überraschung: Kamerad Hanspeter Sahli überreichte jedem Teilnehmer ein
kleines nützliches Präsent als Andenken, was ebenfalls mit Beifall
verdankt wurde. Bei Nieselregen, aber zügiger Fahrt ging es dann in
Richtung Norden.
Die
Übung wurde
schliesslich
5 Minuten vor 20:00 Uhr, heil und ohne "Materialverluste", an
der Ausgangsposition abgeschlossen! Somit
war der letzte Abschnitt aus unserem "Tagesbefehl" in Erfüllung
gegangen.
Ich danke allen, die in irgend einer Weise
zum Gelingen mithalfen und ganz speziell unserem
"Quartiermeister" Roli Müller, der die finanzielle Arbeit
souverän bewältigt hat.
Der
verfassende Vize-Aushilfs- und ad hoc Reiseleiter
Fw
Sigi Heinricht
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