Überraschungsstamm 2001

der "Alten Garde"

 

von Rolf Häusler* (Mitarbeiter von Gottfried Saugy)

 

Ihr alle kennt bestimmt Tankstellen wie ARAL, BP oder MIGROL oder, oder... Kennt Ihr auch die KUMASA ?? Nein ?? Selber schuld, dann seid Ihr am 18. September 2001 nicht am Überraschungsstamm dabei gewesen. Doch jetzt schön der Reihe nach:

Wenn Säckelmeister Gottfried Saugy ruft, folgen ihm alle. Oder zumindest jene 30 Aktiven, Altgardisten und Gäste* (von über 350 möglichen Teilnehmern), die sich um 16.30 Uhr zum Apéro hinter dem Rest. Da Enzo trafen. 

Gottfried ist ja als Organisator hinlänglich bekannt, wie er aber das mit der Sonne und so gemacht hat, ist mir ein Rätsel. Spätestens jetzt merkte ich aber, dass mein Dabeisein mit Arbeit verbunden war. So wurden Tische und Stühle gerückt, Wein degustiert und Fotoapparat studiert. Nach und nach trafen die Eingeladenen ein und mir fiel als fremder Fötzel, (jedoch immerhin Gfr a.D.) auf, wie herzlich sich alle begrüssten. Hier scheint ein guter Geist zu herrschen!

Gottfried jedoch fand nur schwer die nötige Ruhe. Er tigerte umher und suchte mit Augen und Händy den VBZ-Bus für die nächste Etappe. Ziel der Busfahrt war das inzwischen landesweit fernsehbekannte Tierspital, wo z.B. kreisende Hunde bestrahlt oder Kühe per Kaiserschnitt entbunden werden. Zwei an-gehende Tierärztinnen empfingen uns, ermunterten uns, zu fragen, was auch immer (haben Kühe auch Durchfall, muss ein Huhn mit Legeprob-lemen in die Gynäkologie), und zeigten uns die Grosstierabteilung. Alle übrigen Schnügelbüsi, Meersäuli und sonstigen Kriecher verschonten wir mit unserer Anwesenheit.

Da gibt es, wie für uns Menschen, eine Chirurgie, innere Medizin usw. In der ChirAbt (militärisches Kürzel?) fanden wir in Einzelboxen Esel, Pferde, Ponys, allesamt mit Beinbrüchen. Beim Lama nahm ich gebührend Abstand, weiss dieses doch mit Spucke seine Abscheu vor Menschen zu bezeugen. Selber schuld, wollte es doch nur trösten.

Wir zogen um in den Kuhstall, und da schliesst sich jetzt der Bogen zum KUMASA. Da liegt doch ein braunes prächtig genährtes Vieh herum, versehen mit einem Tankdeckel, (etwa dort, wo sich bei uns die Hose zu halten versucht) wie er bei Autos üblich ist!! Da staunten wir Chlötzli und glaubten, unsere Augen lügen uns an. 

Klinikeigene Spenderkuh mit „Tankdeckel“ für die Entnahme des Magensaftes

 

Der Aerztin in spe gelang es nur mühsam, unsere offenen Kinnladen zu heben. Das mit dem Tankdeckel geht nämlich so: Diese Kuh gehört der Klinik und hat die Aufgabe, nicht Milch, sondern Kuhmagensaft (KUMASA) zu spenden. Dazu dient diese Leibesöffnung. Das macht man so: 1. Tankdeckel weg, 2. Kuh auf, 3. Schlauch in den Tank stecken, 4. absaugen von 5 Liter MASA, 5. Tankdeckel auf. Fertig! Der so gewonnene Saft wird den bedürftigen Kühen mittels Schlauch in einen der vier Mägen gegeben, worauf diese genesen. So ist allen geholfen, fast wie bei einer Blutspende. Im weiteren erfuhren wir, dass die kaffeecremefarbigen Freiburgerkühe stark dazu neigen, Blinddarmentzündungen zu haben und darum in dieser Abteilung gut vertreten sind. 

Daneben stand ein jämmerliches Knochengestell, mit Kuhhaut überzogen, wo man sich wirklich fragt, ob es noch Sinn macht, Tiere aufzupäppeln..... Mit Applaus, Dank und Bettmümpfeli veabschiedeten wir uns und wandten uns wieder heimischen Gefilden zu, sprich Rest. Weisses Schloss, am Hardplatz.

Da kommt mir das Jugendversli in den Sinn: „Ilse, Ilse, niemand will’se, kommt der Koch und nimmt sie doch“. Gut, dass er sie genommen hat, sonst gäbe es dieses Wirtsehepaar nicht und wir stünden nicht vor diesem angeschriebenen Haus. Auch hier hat Gody wieder seine Bezie-hungen spielen lassen, ist doch der andere Godi, eben der Wirt, Militär-KüSche.
Da wundert es nicht, dass es zum Znacht Chabissalat mit Speckmöckli im Gamelledeckel sowie Militär-Chässchnitten gab. Und zum krönenden Abschluss noch Riesen-Merängge, eingeteilt in ½ bis 5/1-Portionen. Und erst noch alles mit Nachservice!! 

Renés Kommentar: „Es längt grad knapp!“

 

Viel zu schnell, aber in aufgeräumter Stimmung ging dieser tolle Überraschungsstamm zu Ende.

Gottfried, alle Teilnehmer danken Dir für die vorzügliche Organisation und freuen sich auf den nächsten Überraschungsstamm.